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2015_Leitz+Braunfels_Martin_Schmitt_GruppenbildDies wollten viele Mitglieder des Fotoclubs Mainz ergründen! Zu den vierundzwanzig Besuchsteilnehmerinnen und -teilnehmern, die mit mehreren Fahrzeugen anreisten, gesellte sich noch eine komplette Familie deren Papa im Fotoklub wirkt, die separat angereist war.

Nachdem Leica aus ihrer Exklave in Solms herausgewachsen war, wollte das Unternehmen offensichtlich wieder zu den Wurzeln zurück und hat in mehrjähriger Bauzeit ein neues Domizil  in Wetzlar anfertigen lassen, womit die Bauarbeiter im Jahr 2014 fertig waren. Gerade rechtzeitig, um das hundertjährige Jubiläum zu feiern. Oskar Barnack hatte 1914 anscheinend, ebenfalls wie die Fotoenthusiasten des Fotoclubs, den Wunsch schöne und wichtige Ereignisse auf Zelluloid festzuhalten.

2015_Leitz+Braunfels_Klaus_Kleinfeller_Die Besucher aus dem Fotoclub Mainz haben das fantastische, in seiner Form wohl einem gigantischen Kleinbildfilm nachempfundene Gebäude bewundert. Jedoch daraus besteht der Mythos nicht! Die Innereien machen das Eigentliche aus! Die Eingangshalle, die momentan eine Fotoausstellung beherbergt und das in einer ausgesprochen exklusiven Form - der Raum ist wie für Ausstellungen geschaffen - zieht den Besucher förmlich in sich hinein.

Man muss nicht an einer Führung teilhaben um die "Sehenswürdigkeiten" aus den Leitz'chen Werkstätten von Anfang an in sich hinein zu saugen. Für Fotointeressierte sowieso ein Spielfeld, das nicht so schnell wieder verlassen werden kann. Da sind die Produkte zu bewundern, die im laufe der Zeit von großen Fotografen mit ihrer Leica "geschossen" wurden. Unter anderen das Konterfei von Che Guevara und andere Größen aus den gehobenen Kreisen, sowie auch schreckliche Fotos z.B. aus dem Vietnamkrieg. Aufgenommen mit einer Leica, ob die Objekte wollten oder nicht!


Die Firmengrößen und der "Erfinder" der Leica sind in Bronzebüsten  ausgestellt. Oskar Barnack und Ernst Leitz I haben mit Max Berek wohl den größten Anteil am "Urheberrecht" zur Leica. Wiewohl sie nicht die Fotografie schlechthin erfunden haben. Die Ernsten Leitz II und III haben das Unternehmen weiterführen müssen, was bestimmt nicht immer leicht ist, und vielleicht oft zum "Haareraufen" veranlasst hat. Es steht geschrieben, dass z.B. eine Ausführung einer Leica M in der Herstellung teuerer gewesen sein soll, als vom Verkaufspreis gedeckt wurde. Dies nur nebenbei.

2015_Leitz+Braunfels_Thomas_Bartsch-3Das Leitz'sche "Hausmuseum" ist gewiss reicher als andere Fotomuseen. Das Fotohaus im Anspacher Freilichtmuseum und andere könnten sich zu manchem Exponat die Finger lecken. Es ist alles vorhanden. Von der Ur-Leica bis zu Digitalgeräten. Wenn diese auch in Zusammenarbeit mit japanischen Firmen zustande kamen.  Auch die von Leitz gefertigten Ferngläser sind hier ausgestellt.

Man kann neidisch werden, wenn man die Übersichtlichkeit der Räume und Ausstellungsfläche bemerkt. Das Arrangement ist selbstverständlich professionell. Wobei man bei der einen oder anderen Kamera ein klein wenig mehr Information erwartet hätte. Nicht Wenige von uns wären - wenn das Leben nicht weiterginge - noch immer in der Ausstellung und bewunderten die niedlichen Maschinchen.  

Von den Ausstellungsräumen aus gestatten "Schau"-fenster die Sicht in die Fertigungsräume. Man kann sich nicht vorstellen, dass die Arbeit an einem solch einladenden Arbeitsplatz in Stress ausarten könnte.

2015_Leitz+Braunfels_Monika_Sturm_01Einige Fotografinnen und -grafen waren hingerissen von der Architektur des Treppenhauses, das wie eine Filmspule anmutete. Wenn nicht alles täuscht, haben alle Mainzer Fotoclubber und -innen mindestens zweimal dort auf den Auslöser gedrückt. Einmal ganz unten im Keller und einmal ganz oben. Das ganze dann multipliziert mit fünfundzwanzig ergibt allein schon fünfzig Fotos. Danach haben sie sich aber von Leitz und Leica abgewandt und sind nach Braunfels gefahren.

Braunfels wird von einer Burg beherrscht und ist mit seinen vielen schönen und gepflegten Fachwerkhäusern für manche Fotografin oder auch -grafen ein einziges Fotomotiv. Es reizt jede Ecke zum fotografieren. Bei Schritt und Tritt eröffnet sich ein weiteres Motiv. Sei es im Einzelnen oder in der Totalen. Die Ansicht einer Straßenflucht oder der Ausschnitt einer Hausfassade.

Wie oben schon beschrieben: das Leben geht weiter - muss weitergehen - so hat alles ein Ende, auch der Ausflug nach Wetzlar und Braunfels. Jede Fotografin und jeder Fotograf des Fotoclubs Mainz hat ihre/seine Camera aufs neue auf Objektiv und Akku geprüft und ist, so Gott will, mit seinen Werken zufrieden und hat schon seine Vorstellungen für das nächste Fotoshooting.

Zitate

Nach meiner Ansicht kann man nicht behaupten etwas gesehen zu haben, bevor man es fotografiert hat.
Zola, Emile

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