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2015_Sascha_Kopp_AZ_MainzWie ist das, wenn man sein Hobby zum Beruf machen kann? Der Referent unseres Clubabends zeigte uns, dass dies möglich ist: Sascha Kopp, Bild-Journalist der Allgemeinen Zeitung. Sascha Kopp ist seit 30 Jahren Bild-Journalist. Und das in fester Anstellung. In den Anfangsjahren in Wiesbaden, seit 25 Jahren bei der Allgemeinen Zeitung in Mainz.

Locker und kurzweilig berichtete er aus seinem Berufsalltag. Sein Beruf ist für ihn sein Traumberuf. Mit Herzblut ist er dabei – und das strahlt er auch aus. Seine Leidenschaft fürs Fotografieren kann er beruflich ausleben. Sein Beruf führt ihn dabei auch zu Plätzen und Begegnungen, die für uns Hobbyfotografen nicht zugänglich sind, und von denen wir nur träumen können. Das hat bei uns zugegebenermaßen schon den einen oder anderen sehnsuchtsvollen Blick ausgelöst. Beispielsweise bei seinem Bericht über seine Foto-Reportage beim Aufsetzen der Mainzer Domspitze.


Doch wie kommt ein Presse-Fotograf eigentlich zu seinen Themen?
Hier gibt es mehrere Informationsmöglichkeiten, plauderte Sascha Kopp aus dem Nähkästchen:
die klassische Presseeinladung zu einem Veranstaltungs-Fototermin.
Informationen direkt aus Ministerien und Staatskanzlei zu besonderen Ereignissen. Hierfür sind meist spezielle Akkreditierungen notwendig wie beim Besuch des Bundespräsidenten. Hier gelten zum einen spezielle Sicherheitsbestimmungen aber zum anderen auch straffe Ablaufpläne, die das Fotografieren nur in bestimmten, kurzen Zeitfenstern ermöglichen.
Informationen von Polizei und Feuerwehr.
Der fotografische Blick: einfach mit offenen Augen durch die Straßen der Stadt laufen, Veränderungen wahrnehmen und mit der Kamera festhalten oder spontane Momente einfangen.

Berichtet hat Sascha Kopp auch von den Veränderungen in der Presse-Fotografie. Auch hier schreitet der technische Fortschritt in Verbindung mit der wachsenden Digitalisierung rasant  voran. Brauchten Fotos vor rund 20 Jahren mitunter noch einige Tage bis sie in der Redaktion waren oder wurden aufwendig und stundenlang gefunkt, so sind sie heute innerhalb von Sekunden beim Redakteur auf dem Bildschirm.

Für die Berichterstattung ist mittlerweile längst nicht nur die Print-Ausgabe wichtig, sondern auch die Bereitstellung der Beiträge auf der eigenen Homepage oder die Präsenz über die sozialen Netzwerke wie etwa twitter. Verlage setzen für die Leser-Blatt-Bindung immer mehr auf cross-mediale Verwertung der eigenen Beiträge. Und seitdem Digitalkameras auch das Filmen von Videos ermöglichen, werden Presse-Fotos zudem mit  bewegten Bildern ergänzt. In der Print-Ausgabe ist beispielsweise mit Hilfe von QR-Codes der Zugang zu den Videos möglich. Diese vertiefen das Thema mit bewegten Bildern und zusätzlichen Interviews.
 
Festangestellte Bild-Journalisten werden in Verlagsredaktionen immer seltener. Redakteure müssen immer mehr Aufgaben übernehmen, für die früher andere Berufsgruppen nötig waren wie etwa Setzer und Korrektoren. Immer häufiger müssen sie bei Terminen, die sie für ihre Berichterstattung wahrnehmen, auch die Fotos hierzu selber machen. Die Qualität der Presse-Fotografie leider hierunter. Doch sparen einige Verlage hier trotzdem die Kosten für festangestellte Bild-Journalisten ein. Sascha Kopps Tipp: Presse-Fotografen sollten für ihr Motiv immer eine Perspektive anbieten, die nicht den üblichen Blick bietet, sondern mal einen ganz anderen, damit sie aus der Masse hervorstechen.

Sascha Kopps Berichte aus dem Alltag eines Bild-Journalisten zogen uns so in den Bann, dass wir gar nicht merkten, wie schnell die Zeit an diesem Abend vorüber ging. Und umso erstaunter waren wir, als wir bemerkten, dass wir unseren üblichen Zeitrahmen ordentlich gesprengt hatten.

Zitate

Man stößt überall in der Naturfotografie auf deutliche Grenzen, von denen man allerdings nicht weiß, ob es auch die eigenen sind, oder wo diese liegen.
Pölking, Fritz

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