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Am 13. März 99 unternahmen wir zu siebt- das waren Veronika, Reinhold, Werner, Gunther, Uli, Juliusz und ich eine ganztägige Tour ins Saarland zur dortigen Alten Völklinger Hütte. Die Hinfahrt dort hin glich einem Trainingslauf der Formel 1, doch die Aussicht auf schöne Fotomotive führte dazu, daß wir die letzten PS aus unseren Autos holten, wobei der Mercedes im Vergleich zum klapprigen Golf leichte Vorteile hatte. Gegen 10 Uhr erreichten wir unser Ziel und wurden von Fritz Hoffmeister, einem Fotodesigner, in Empfang genommen, der uns kompetent und hilfsbereit den ganzen Tag über zur Verfügung stand. An dieser Stelle einige Worte zur Alten Völklinger Hütte: Seit 1873 wurde hier Roheisen erzeugt, doch erst im Jahre 1881 begann mit der Übernahme der Anlagen durch die Gebrüder Röchling, die eigentliche Entwicklung der Völklinger Hütte zu einem der wichtigsten Eisenund Stahlproduzenten des Deutschen Reiches. Im ersten und zweiten Weltkrieg spielte die Hütte dann eine bedeutende Rolle für die Rüstungsindustrie. Bis ins Jahr 1956 unter französischer Zwangsverwaltung, übernahm die Familie Röchling danach erneut die Leitung des Unternehmens, das 1965 mit über 17000 Arbeitern und Angestellten den höchsten Belegschaftsstand erreichte. Zehn Jahre später führte die Stahlkrise zu einem Umbruch in der saarländischen Eisen - und Stahlindustrie, was 1986 dann zur Schließung der Alten Hütte führte. Seit 1995 ist die Alte Völklinger Hütte Weltkulturerbe der UNESCO. Unser erster Weg führte uns zunächst ins altehrwürdige Gebläsehaus, wo man glaubt einen Zeitsprung zurück ins 19.Jahrhundert zu machen. Riesige Turbinen bilden den Mittelpunkt der Halle. Wegen der recht dunklen Halle bauten wir alle in den unterschiedlichsten Ecken des Raumes unsere Stative auf und begaben uns auf die Motivsuche, was sehr viel Spaß machte. Dem Experimentieren stand nichts im Wege. Gegen Mittag meldete sich dann bei allen Beteiligten der Hunger zu Wort und im Freien verzehrten wir bei frühlingshaften Temperaturen unsere Fressalien und spülten mit kühlem Warsteiner nach. Am Nachmittag erfolgte dann die fotografische Erkundung des Außengeländes der Industrieanlage. Wen das Thema Rost und Verwesung als Fotothema interessierte, der hatte einen schier unvorstellbaren Vorrat an Fotomotiven, egal ob es sich um verrottete Leitungen und Röhren, zerbrochene Fensterscheiben oder alte Warnschilder handelte. Die ständige Konzentration auf das Detail führte aber am späten Nachmittag zur allmählichen Ermüdung der Helden, die sich hoch erfreut über den so gelungenen Fotoausflug auf die Heimfahrt begaben.

Wir alle hatten sehr viel Spaß miteinander und wer nicht dabei war hat etwas verpaßt. Denn Touren wie dieser Art sind die beste Möglichkeit den Zusammenhalt im Fotoclub zu stärken. Ich freue mich schon jetzt auf die nächste Fotoschandtat und hoffe, daß dann noch mehr Mitglieder daran teilnehmen.

Bericht: Gerald Rauh

Zitate

Nach meiner Ansicht kann man nicht behaupten etwas gesehen zu haben, bevor man es fotografiert hat.
Zola, Emile

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